Die Geschichte des Ortsvereins

Die Gründung

Die Geschichte des Ortsvereins beginnt am 26. November 1911. Margetshöchheim ist ein Arbeiterdorf mit etwa 1100 Einwohnern, in dem die konservative Zentrumspartei dominiert. Die Parteizeitung der fränkischen Sozialdemokraten "Fränkischer Volksfreund" berichtet von der Gründung des Ortsvereins:

"[...] Zu Margetshöchheim, das so lange Jahre ein politisches Stilleben führte, versammelten sich am Sonntag eine größere Anzahl unserer Freunde und gründeten [...] eine Sektion des sozialdemokratischen Vereins für den Wahlkreis Würzburg. Von den Erschienenen schloß sich kein Mann vom Beitritt aus, dagegen traten in der nachmittags stattgefundenen öffentlichen Volksversammlung noch einige als Mitglieder bei. [...]

Der Fabrikarbeiter Paulus Etthöfer wird Vorsitzender, Andreas Albert Kassier und Ignatz Lutz Schriftführer. Paulus Etthöfer (1881-1916) fällt später als Soldat in Frankreich.

Die Zeit bis zum Ende des Dritten Reiches

Von da an treten die Sozialdemokraten regelmäßig bei Wahlen an:
  • Reichstagswahl 1912: Der SPD-Kandidat Franz Schmitt bekommt 113 Stimmen
  • Gemeinderatswahl 1919: Die Sozialdemokraten gewinnen 4 Sitze von zwölf
  • Gemeinderatswahl 1924: Fünf Sitze für die SPD, Ratsmitglied ist auch Ludwig Volk, später 1. Bürgermeister von Margetshöchheim
  • Reichstagswahl 1924: 353 Stimmen für die SPD
  • Gemeinderatswahl 1929: Sechs von zwölf Sitzen gehen an die SPD
  • Reichstagswahl 1933: 233 Stimmen für die SPD. Margetshöchheim hat derzeit 1268 Einwohner.
Am 22. Juni wird die SPD von den Nationalsozialisten auf Reichsebene verboten. Eine große Verhaftungswelle setzt ein. Die Parteiarbeit im Ort kommt offiziell zum Erliegen.

Die Nachkriegszeit

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs beginnt die Parteiarbeit im Ort nur langsam und zögernd. Wie schon nach dem Ersten Weltkrieg ergreift auch jetzt wieder Michael Schwab die Initiative. Bei der ersten Gemeinderatswahl 1946 entfallen auf die SPD nur drei Sitze. Ludwig Faulhaber wird in den Kreistag gewählt. Margetshöchheim hat jetzt 1700 Einwohner.

1948 wird Ludwig Volk (1899-1974) mit 482 Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Damit beginnt eine erfolgreiche Zeit, denn die SPD stellte von da an bis zum 30.04.2008 den Ersten Bürgermeister.

Die SPD Bürgermeister und ihre Amtszeit:


  • Ludwig Volk (1948-1972)
In seine Amtszeit fällt der Ausbau der Ortsstraßen, die Erschließung neuer Baugebiete, die verbesserte Anbindung an Würzburg und die Vermarktung des Margetshöchheimer Obstes. Nach ihm ist auch der Steg benannt, der seit 1967 die Gemeinde mit Veitshöchheim verbindet. Als damals der Fährbetrieb zeitweise ausfiel, handelte Ludwig Volk schnell, um den lang gehegten Wunsch der Margetshöchheimer nach einer Fußgängerbrücke über den Main zu erfüllen. Mithilfe der SPD-Fraktion im Gemeinderat und einer erfolgreichen Spendenaktion konnte der Steg verwirklicht werden. Auf seine Anregung hin feierte der Ort 1951 sein erstes Margaretenfest. Die drei Tage sind bis heute eine feste Größe im Jahresablauf von Gemeinde und Landkreis. Ludwig Volk war ab 1956 für zehn Jahre stellvertretender Landrat und wurde zum Ehrenbürger seiner Heimatgemeinde ernannt.

  • Günter Schneider (1972-1990)
Während seiner Amtszeit wird das Schulzentrum am Grabenhügel fertiggestellt und die Margarethenhalle entsteht. In bzw. an der Halle werden verschiedene Einrichtungen untergebracht, so das Gerätehaus der Feuerwehr, der AWO-Altentreff und das Jugendzentrum "Marokko Juz". Die Gemeinde ehrt nun Bürgerinnen und Bürger für besondere Leistungen. Die Ehrungen finden bis heute an jährlich wiederkehrenden Ereignissen statt und sind in einer Ehrenordnung geregelt. Die Ortsdurchfahrt wird beruhigt, indem die Staatsstraße 2300 endlich verlegt wird. Günter Schneider gehörte von 1974 bis 1993 dem Kreistag an und wurde zum Altbürgermeister ernannt.

  • Günter Stock (1990-2008)
Seit seiner Amtsübernahme arbeitet der Bürgermeister hauptamtlich.
Günter Stock initiierte viele Projekte: Der Ball des Sports (seit 1991), die erste Kunst- und Kunsthandwerksaustellung (1991), Beschluß der Altortsanierung (1992), eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Bieville-Beuville (1993), Neuordnung des Gemeindearchivs (abgeschlossen 1994), Umgestaltung des Margaretenfestes in ein Straßenfest (seit 1995 in der Mainstraße), Standortsicherung für den tegut-Markt und den Bauhof in der Rosenstraße mit Gerätedepot für Vereine. Günter Stock war von 1996 bis 2008 auch Kreistagsmitglied. Zum 30.04.2008 endete seine Amtszeit als 1. Bürgermeister. Im Mai 2008 wurde er zum Ehrenbürger von Bieville-Beuville ernannt, auf der Verabschiedungsfeier im Juni 2008 in der Margarethenhalle bekam er den Titel Altbürgermeister verliehen.
Günter Stock engagiert sich im Vorstand des Ortsvereins. Wir hoffen sehr, dass er auch zum nächsten Margaretenfest seinen selbstgemachten "Gerupften" anrichten und wieder in der Rolle des Nachtwächters durch Margetshöchheim ziehen wird.

Die Ortsvereinsvorsitzenden:

  • Willi Knüpf (1957-1968; Ernennung zum Ehrenvorsitzenden)
  • Eduard Kuchenmeister (1968-1977)
  • Heinz Michael Schiffer (1977-1979)
  • Klaus Stengel (1979)
  • Franz Klein (1979-1983)
  • Oskar Schmutzler (1983-1988)
  • Rudolf Reuther (1988-1993 )
  • Walter Heussner (1993-1995)
  • Rudolf Reuther (1995-2002)
  • Werner Stadler (seit 2003)

Sitze im Gemeinderat mit Einwohnerzahlen:

2014: 4 Sitze

 

Streiflichter aus der OV-Geschichte in chronologischer Reihenfolge:

Besuch Willy Brandts

Im August 1961 besuchte der damalige Regierende Bürgermeister Berlins und Kanzlerkandidat Willy Brandt Margetshöchheim. Bürgermeister Ludwig Volk übergab ihm in seiner Eigenschaft als Vorstandsvorsitzender der Absatz- und Verwertungsgenossenschaft für Obst- und Gartenbauerzeugnisse Margetshöchheim einen Lkw mit Obst für die Flüchtlinge in der geteilten Stadt.

Die erste Frau im Margetshöchheimer Gemeinderat

Mit Hedwig Götz (SPD) gewann 1966 erstmals eine Frau einen Margetshöchheimer Ratssitz. 1972 waren bereits zwei Frauen von der SPD im Gemeinderat.

Wahlkampfunterstützung aus Bonn

Die damalige Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit, Käte Strobel, kam 1972 zu einer Wahlkampfveranstaltung nach Margetshöchheim.

Hoher Besuch beim Margaretenfest

Im Juli 1980 traf sich in Margetshöchheim der Unterbezirk. Zum Treffen im Festzelt des Margaretenfestes kam auch der damalige Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau, Dr. Dieter Haack in die Maintalgemeinde.

Der "Standpunkt" erscheint

Der SPD-Ortsverein gab im März 1985 erstmals sein Informationsblatt "Standpunkt" heraus. Das Blatt wird auch heute noch regelmäßig im Ort verteilt.

75-jähriges Jubiläum

1986 feierte der Ortsverein sein 75-jähriges Bestehen. Bei einer Jubiläumsveranstaltung sprach Bundesminister a.D. Dr. Dieter Haack. Weitere Veranstaltungen waren ein Seniorennachmittag und eine Plattenparty für die Jugend. Eine 52 Seiten umfassende Festschrift wurde herausgegeben.

Umwelttag

Auf Initiative der Margetshöchheimer SPD fand im Oktober 1987 in Leinach ein großer Umwelttag statt, ein Jahr später der zweite in der Margaretenhalle. Den dritten Umwelttag veranstaltete die SPD 1993 erneut in der Margaretenhalle, der ein großer Erfolg war. Gastreferentin war Marion Caspers--Merk, damals im Bundesumweltausschuß.

Hoher Parteibesuch

Anke Fuchs, damalige Bundesgeschäftsführerin, besuchte im September 1988 den Ort.

80-jähriges Jubiläum

Der Ortsverein beging 1991 sein 80-jähriges Bestehen.

Steg-Jubiläum Mit einem Straßenfest erinnerte der Ortsverein im Juli 1992 an den Bau des Ludwig-Volk-Stegs vor 25 Jahren.

Das neue Margaretenfest

Der Ortsverein beteiligt sich seit 1995 mit einem Stand am Margaretenfest. Das Fest ist von diesem Jahr an kein Zeltfest mehr, sondern wird in der Mainstraße gefeiert.

Sprechstunde

Die SPD-Fraktion führte 1996 eine regelmäßige Sprechstunde für die Bürger ein.

Das "Rote Lädele"

Ab Januar 1997 übernahm der Ortsverein den ehemaligen EDEKA-Laden in der Erlabrunner Straße. Damit wurde die Grundversorgung der Margetshöchheimer Bevölkerung gesichert, denn dies war zu diesem Zeitpunkt das einzige Lebensmittelgeschäft im Ort.

Ehrung für den Ortsverein

Der Ortsverein wurde im Dezember 1999 beim Bundesparteitag in Berlin als lebendiger Ortsverein besonders geehrt. Auch der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder besuchte den Stand des Ortsvereins.

90 Jahre SPD Ortsverein Margetshöchheim

Auf 90 Jahre blickte der Ortsverein im Jahr 2001 zurück. Beim Festakt in der Margaretenhalle hielt die Bundesministerin für Gesundheit, Ursula Schmidt, die Festrede. Verschiedene Ausstellungen dokumentierten die Aktivitäten des Ortsvereins in den vergangenen Jahren. Zwei Wochen später im Dezember lud die SPD die Bevölkerung zum Kabarett mit "Frei und Frank" ein. Auch diesmal hielt eine viel beachtete Festschrift die geschichtlichen Ereignisse fest.

Steg-Jubiläum mit Protestaktion

Im September 2007 feierte der Ortsverein in der Mainstraße das 40-jährige Stegjubiläum, verbunden mit einer Protestaktion gegen den drohenden Abriß.

100 Jahre SPD Ortsverein

2011 feierte der Ortsverein sein 100-jähriges Bestehen. Festredner bei der Jubiläumsfeier in der Margarethenhalle war Franz Maget, seinerzeit Vizepräsident des Bayerischen Landtags.

 

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